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Freitag, 30. September 2011

Öko-Ökonomie gegen die Krise

Ökologischer Umbau der Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft ist bereits viel grüner, als sie denkt, sagt das Umweltbundesamt. Jetzt müsse Ernst gemacht werden mit dem ökologischen Umbau. 

von BERNHARD PÖTTER (taz.de)
 
 Bild:  dpa
Haben Deutschland aus der Wirtschaftskrise geholfen: Eneuerbare Energien wie Windkraft.  

BERLIN taz | Die Kohle ist weltweit auf dem Vormarsch, Artensterben und Treibhausgase liegen auf Rekordhöhe - aber "zur Green Economy gibt es keine echte Alternative". Das meint zumindest das Umweltbundesamt (UBA), das am Donnerstag zu einer zweitägigen Konferenz über "Green Markets" eingeladen hat. 

Die Wirtschaftsform der Zukunft werde sich in ökologischen Leitplanken bewegen, aber durchaus marktwirtschaftlich bleiben, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth gegenüber der taz. Der Druck zur Veränderung sei groß, denn wenn alles so weitergehe wie bisher, werde etwa bereits 2030 die globale Nachfrage nach Trinkwasser das Angebot um 40 Prozent übersteigen.

Für die Fachbehörde des Umweltministeriums ist klar, dass "Umweltschutz längst kein Nischenprodukt mehr ist", meint Flasbarth. Akribisch listet seine Behörde auf, wie grün die deutsche und internationale Wirtschaft inzwischen geworden ist: Auf Sparten wie Effizienz, erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität oder Abfallwirtschaft warte 2020 ein weltweiter Markt von bis zu 3 Billionen Euro, allein das deutsche Klimaziel bringe zusätzlich 630.000 neue Jobs, und "die erneuerbaren Energien haben uns in Deutschland schnell aus der Wirtschaftskrise herausgeholfen", sagt Flasbarth. 

Immer noch Vorbehalte 

Deshalb gehören für das UBA auch Verpflichtungen der Industrieländer in den Koffer für Rio, etwa der Abbau von Beihilfen für Agrarexporte, die die Märkte in den armen Ländern zerstören. "Gegen die Green Economy gibt es in diesen Ländern immer noch große Vorbehalte", sagt Flasbarth. "Da geht es nicht um intelligente Stromnetze wie bei uns, sondern um faire Bedingungen für Kleinbauern." Auch der Abbau von umweltschädlichen Subventionen sei wichtig. Allein die Streichung der Subventionen für fossile Brennstoffe "würde die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 10 Prozent reduzieren", heißt es in dem Positionspapier. 

"Deutschland hat beim Thema Energie einige richtige Weichen für die Green Economy gestellt", sagt Flasbarth. Vor allem das "Erneuerbare-Energien-Gesetz" (EEG) zur Finanzierung von Strom aus Wind, Sonne und Biomasse sei ein Exportschlager. Trotzdem bleibe zu Hause auch noch viel zu tun: EU-weit fordert das UBA, dass Effizienzregeln bei Produkten wie Waschmaschinen und Küchengeräten (wie etwa die Öko-Design-Richtlinie) auch für den Materialeinsatz gelten sollen und strengere Limits auch für Computer gelten sollte. Auch die öffentliche Hand müsse ihre Verantwortung stärker wahrnehmen, die sie bei der Beschaffung von Laptops, Dienstwagen und Kopierpapier habe. 

Grün sind aber nicht nur die Windradbauer: Mehr als die Hälfte der deutschen Ökoökonomie bestehe inzwischen aus Maschinenbauern, der Bauindustrie, der chemischen Industrie und der Metallindustrie, heißt es vom UBA: "Die Entwicklung hin zu einer Green Economy betrifft den Kern der Wirtschaft." 

Die allerdings ist nicht so begeistert. Die Ausweitung der Öko-Design-Richtlinie nennt der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) "verfrüht" und "nicht zielführend". Und zum Thema Green Economy will man sich erst einmal nicht äußern: Man arbeite noch intern an einer Stellungnahme, heißt es.

Freitag, 26. August 2011

Öko-Strom: Volkswagen will in Windpark investieren

Der deutsche Autobauer VW steht vor einem finanziellen Einstieg in Offshore-Windsparks. Der Konzern will in den nächsten zwei Jahren angeblich eine Milliarde Euro in grüne Energie investieren.

Ein Offshore-Windpark in der Nordsee. Quelle: dpa
Ein Offshore-Windpark in der Nordsee.  
Quelle: dpa
Frankfurt am MainVolkswagen will verstärkt in Öko-Strom investieren. „Wir stehen mit Betreibern in Gesprächen über eine Offshore-Beteiligung an Windparks“, sagte eine VW-Sprecherin am Freitag. Zuvor hatte bereits die „FTD“ berichtet, der Autobauer stehe vor dem Einstieg in einen Windpark auf hoher See.

Bis zum Jahresende will der Wolfsburger Autobauer dem Bericht zufolge einen Partner für ökologische Stromerzeugung präsentieren. In den nächsten zwei Jahren planten die Wolfsburger nahezu eine Milliarde Euro in grüne Energie wie Wind, Wasser oder Sonne zu investieren, wird mit Verweis auf VW-Kreise berichtet.

Volkswagen benötige den grünen Strom, um die selbst gesteckten C02-Ziele zu erreichen. Bis 2020 soll der Ausstoß des gefährlichen Klimagases in der Autoproduktion um 40 Prozent gesenkt werden. Zudem könne der umweltfreundliche Strom ein interessantes Zusatzgeschäft im Zuge des Ausbaus der Elektromobilität werden.

Quelle: Handelsblatt

Freitag, 19. August 2011

Finanzinvestoren bauen jetzt Windparks

Auf der Suche nach attraktiven Renditen entdecken Finanzinvestoren Offshore-Windparks. Die Politik unterstützt ihr Engagement. Bürgerprojekte bleiben auf der Strecke.

Seit Frühjahr 2011 ist der Windpark Baltic 1 vor der deutschen Ostseeküste in Betrieb.

Seit Frühjahr 2011 ist der Windpark Baltic 1 vor der deutschen Ostseeküste in Betrieb.

Für die Branche ist es ein Novum: Der amerikanische Finanzinvestor Blackstone steckt zusammen mit sieben Banken 1,2 Milliarden Euro in die deutsche Offshore-Windkraft. Anfang August gab Blackstone bekannt, dass die Finanzierung seines Windparks Meerwind stehe. In zwei Jahren sollen sich nördlich von Helgoland insgesamt 80 Windräder drehen, die auf eine Kapazität von 288 Megawatt kommen. Das reicht aus, um rund 400.000 Haushalte mit Ökostrom zu versorgen. Mit dem Projekt  steigt erstmals eine große ausländische Investmentgesellschaft ins deutsche Offshore-Geschäft ein.

Damit nicht genug: Am gleichen Tag gab Blackstone bekannt, noch einmal 1,3 Milliarden Euro in den Windpark Nördlicher Grund rund 80 Kilometer vor Sylt zu investieren. "Dank der gesetzlich garantierten Vergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind Offshore-Windparks attraktive Investments", sagt Jens Assheuer, Geschäftsführer der WindMW GmbH, die den Windpark entwickelt. Blackstone hält eine Mehrheit an dem Unternehmen.

Der US-Investor ist nicht allein. Versicherer wie die Allianz und Münchner Rück entdecken ebenfalls die grüne Hightechbranche. Die Allianz ist etwa an Onshore-Windparks in Frankreich, Deutschland und Italien beteiligt.
In der Krise sind andere Anlagemöglichkeiten rar

"Investitionen in diesem Bereich sind Teil unserer Risikodiversifizierung", sagt ein Allianz-Sprecher. "Es liegt auf der Hand, dass erneuerbare Energien zukünftig eine größere Rolle bei uns spielen werden." In den vergangenen fünf Jahren hat der Versicherungskonzern eine Milliarde Euro in Alternative-Energien-Projekte investiert. Noch in diesem Jahr will die Allianz, so Bloomberg, entscheiden, ob der Konzern millionenschwere Investments in Offshore-Windkraft unternimmt.

Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Denn wohin mit dem Geld der Anleger? Angesichts der Schuldenkrise und dem Auf und Ab an den Börsen sind sichere Anlagemöglichkeiten für Großinvestoren eher rar. Wegen der Eurokrise meiden etwa erste Versicherungskonzerne europäische Staatsanleihen. Auf der anderen Seite gibt es einen immensen Finanzierungsbedarf in der Offshore-Windbranche, denn unter mehreren hundert Millionen Euro sind die stählernen Giganten auf See nicht zu haben.

"Die Finanzierungslage von Offshore-Projekten hat sich in den vergangenen Monaten gebessert", sagt Ulrich Winkelmann, Offshore-Spezialist der NordLB in Hannover. Das liege nicht nur an dem positiven Image der Erneuerbaren und der verstärkten staatlichen Förderung der deutschen Offshore Windbranche, sondern auch am Mangel an alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. "Es gibt zurzeit in Europa nicht viele Großvorhaben im Bereich der Projektfinanzierung."

Die Politik unterstützt diese Entwicklung. Denn Berlin ist im Zugzwang. Windräder mit einer Kapazität von 25.000 Megawatt sollen bis 2030 vor der deutschen Küste ans Netz gehen. Offshore-Wind soll zukünftig die wichtigste Energiequelle im deutschen Strommix sein. Doch bislang gibt es in der deutschen Nordsee nur einen kommerziellen Windpark (Bard 1) und das Testfeld Alpha Ventus. In der Ostsee wurde Anfang des Jahres der Windpark Baltic 1 fertiggestellt.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Investoren und Entwickler in den vergangenen Jahren sind die technischen Herausforderungen. Im Unterschied zu Großbritannien oder Dänemark liegen die deutschen Standorte aus Naturschutzgründen weit draußen auf hoher See. Das macht die Projekte teuer und riskant.
Die Bundesregierung fördert den Ausbau daher jetzt mit dem millionenschweren Sonderprogramm "Offshore Windenergie" der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Zudem hat sie angekündigt, in der Novelle des EEG im kommenden Jahr die Konditionen für jede eingespeiste Kilowattstunde Offshore-Windstrom zu verbessern.

Große Investoren geben den Ton an
Das EEG garantiert Offshore-Windmachern zurzeit 13 Cent je Kilowattstunde. Diese Umlage soll auf 15 Cent und unter bestimmten Umständen sogar auf 19 Cent steigen. "Die Finanzierungsmöglichkeiten haben sich dadurch gebessert", sagt Winkelmann von der NordLB. Ohne größere Hürden konnte die Landesbank etwa jüngst für die Finanzierung eines Windparks 16 kommerzielle Banken zusammenbringen. Das wäre vor einigen Jahren nicht möglich gewesen.


Dass große Energieversorger – und jetzt auch Finanzinvestoren – inzwischen den Ton im Offshore-Geschäft angeben, musste Hans Feddersen erleben. Der Landwirt aus Nordfriesland war Mitinitiator des ersten deutschen Offshore-Bürgerwindparks Butendiek vor Sylt. Die Idee: Privatpersonen finanzieren als Gesellschafter den Windpark über einen geschlossenen Fonds. Butendiek war ein Projekt von Überzeugungstätern, die der Meinung waren, dass Bürger die Energiewende vorantreiben sollten.

Überzogene Renditeerwartungen
Doch nach zehn Jahren Planung ist das Projekt in seiner ursprünglichen Form gescheitert. "Es gab zu wenig politische Unterstützung und Finanzierungsprobleme", sagt Feddersen. Nachdem Butendiek zuerst an einen schottischen Energieversorger verkauft wurde, kaufte es jetzt der Offshore-Windparkbetreiber wpd aus Bremen. In welcher Form es realisiert wird, ist noch unklar.

Die ersten Branchenexperten warnen allerdings auch vor überzogenen Renditeerwartungen der neuen Akteure. Blackstone rechne mit einer Rendite von mindestens 15 bis 20 Prozent, so die Financial Times Deutschland. Das sei optimistisch. Wer auf See investiere, müsse langfristig denken und technisches Fachwissen vorweisen. Finanzinvestoren wie Blackstone seien dagegen eher von kurzfristigen Renditeerwartungen getrieben.

Assheuer von der Blackstone-Tochter WindMW weist solche Spekulationen von sich: "Die Lebensdauer des Projektes ist auf 20 bis 25 Jahre angelegt." Das langfristige Engagement zeige auch der Kauf des zweiten Windparks Nördlicher Grund. Und damit nicht genug: Zurzeit verhandele WindMW bereits über den Kauf eines dritten Offshore-Windparks.

Freitag, 29. April 2011

ALTERNATIVEN ZU KLASSISCHEN ROHSTOFFINVESTMENTS Investieren in die Zukunft

Alternative Energien und Ökologie als Investmenttrends
Investieren in die Zukunft


Die Notierungen vieler Rohstoffe sind in den vergangenen Monaten weiter gestiegen und haben teilweise schon wieder das Niveau von Mitte 2008 erreicht. Gleichzeitig hat die Debatte um einen schnelleren Atomausstieg nicht nur in Deutschland an Dynamik gewonnen. Keine Frage: Damit Energie in Zukunft nicht nur sicher erzeugt wird, sondern auch bezahlbar bleibt, sind Alternativen gefragt. Viele davon eignen sich auch als Investmentthemen.

Mit grünen Autos um die Welt. Ende Januar brachen einige grüne Mercedes-BKlasse-Modelle zu einer Fahrt rund um den Globus auf. In Stuttgart gestartet, tourten die Autos im sogenannten F-Cell World Drive zunächst durch Europa, dann durch die USA und Kanada, ehe es nach Australien ging. Das Besondere: Die Fahrzeuge werden mit Brennstoffzellen betrieben und tanken Wasserstoff. Das Beispiel zeigt: Ein Umdenken in der Energiepolitik ist in vollem Gang. Ganz gleich, ob Politiker, Unternehmer oder Verbraucher – jeder weiß, dass vor allem preiswertes Rohöl nicht mehr länger in ausreichender Menge vorhanden ist. Der Preis für ein Fass des „schwarzen Goldes“ hat die Marke von 100 Dollar längst wieder übersprungen. Der Grund liegt  vor allem in der wachsenden Nachfrage. Die Emerging Markets sind nach der Finanzkrise schnell auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Und auch die westlichen Industrienationen erholen sich. Auf der anderen Seite ist das Angebot begrenzt. Kommt es zu Förderstörungen, etwa durch eine Havarie auf einer Bohrinsel oder durch politische Auseinandersetzungen wie aktuell in Nordafrika, kann sich das schnell auf den Preis auswirken.



HOHE ENERGIEPREISE HELFEN SOLAR, WIND UND CO.



Auto fahren, heizen, Strom – alles wird durch den Preisaufschwung beim Öl teurer. Und alternative Energiequellen werden immer mehr salonfähig. Je teurer der Liter Sprit, umso leichter werden es Hersteller von Hybrid- oder  Brennstoffzellenfahrzeugen haben. Und je teurer die Kilowattstunde Strom wird, umso attraktiver wird die Installation einer Photovoltaikanlage. Gut möglich, dass in einigen Jahren Solarenergie  auch ohne staatliche Förderung konkurrenzfähig sein wird und Brennstoffzellenfahrzeuge zu erschwinglichen Preisen verkauft werden. Innerhalb der Stromerzeugung galt die Atomkraft lange Zeit als preiswerte Alternative – aber eben auch als riskante. Das Beispiel Japan zeigt, dass es durch Naturkatastrophen oder auch technisches Versagen jederzeit zu Schäden an Reaktoren und zum Austritt von Radioaktivität kommen kann. Die Ereignisse haben vielerorts zum Umdenken geführt. So ist in Deutschland statt von einer  Verlängerung der Laufzeiten nun von einem schnelleren Abschalten verschiedener Meiler die Rede.



INVESTIEREN IN SAUBERE ENERGIE



Von dem Trend zu mehr sauberer Energie können auch Anleger profitieren – nicht erst seit gestern. Goldman Sachs emittierte bereits 2007 verschiedene Open-End-Zertifikate auf Indizes aus diesem Bereich. Sie sind nun mehr denn je ins Blickfeld der Anleger gerückt. Ein möglicher Trend trägt den Namen LNG und steht für Liquefied Natural Gas, also für verflüssigtes Erdgas. Einige Länder erhöhten bereits ihre Liefermengen nach Japan. Auch in Europa dürfte die Nachfrage steigen, wenn viele Regierungen auf den Bau von Gaskraftwerken statt Atomkraft setzen sollten. In der Folge könnte der Preis für Erdgas anziehen. Bereits vor der Atomkatastrophe war Japan der größte Importeur von LNG. Im Jahr 2009 lag der Gasverbrauch bei  87,4 Milliarden Kubikmetern. Das entspricht 64 Millionen Tonnen LNG. Durch die vom Netz genommenen Kernkraftwerke benötigt Japan nach Expertenschätzungen rund 13 Milliarden Kubikmeter Gas zusätzlich pro Jahr. Ein großer Teil davon wird voraussichtlich mit LNG gedeckt, denn Flüssiggas lässt sich relativ  einfach in hohen Mengen transportieren. Für den Transport als LNG wird Erdgas auf –161 Grad Celsius gekühlt, denn bei dieser Temperatur erreicht der Hauptbestandteil Methan seinen Siedepunkt. In riesigen LNG-Anlagen wird das Erdgas schrittweise verflüssigt und danach in besonderen  Tanks gespeichert. Später folgt die Verladung auf speziell konstruierte  Tanker. Durch die Verflüssigung nimmt Erdgas nur noch etwa ein Sechshundertstel seines ursprünglichen Volumens ein. Konkret entspricht ein Liter Flüssiggas rund 614 Litern Erdgas. Dank dieser immensen Verdichtung können riesige Mengen Erdgas in speziellen Tankschiffen über große Entfernungen transportiert werden. Dort angekommen, wird der flüssige Rohstoff wieder in den  gasförmigen Zustand zurückgeführt, neu verdichtet und in eine Erdgas-Pipeline eingespeist.


Auch in anderen Ländern könnte der Bedarf an LNG steigen. Allein durch die Entscheidung, alte Reaktoren aus Sicherheitsgründen vorübergehend vom Netz zu nehmen, fehlen beispielsweise in Deutschland Kapazitäten. Von einer steigenden Nachfrage nach Flüssiggas werden voraussichtlich nicht nur die Erdgas-Fördergesellschaften, sondern auch die Hersteller von Verflüssigungsanlagen, die Hersteller von Gasturbinen sowie Schiffsbetreiber profitieren. Anleger, die an dem Geschäft mit LNG teilhaben möchten, können gezielt in die Branche investieren.


DER COMERGIX LNG INDEX

Privatinvestoren können mit Open-End-Zertifikaten von diesem Trend profitieren. Gemeinsam mit Standard & Poor’s berechnet Goldman Sachs den COMERGIX LNG Index, der die gesamte Wertschöpfungskette der LNG-Branche abdeckt. Der Index besteht aus den wichtigsten und liquidesten Aktien dieses Sektors.

Aktuell sind es 28 Unternehmen, die mit dem Bau der LNG-Infrastruktur, dem LNG-Handel sowie mit dem Betrieb von Tankern, Verflüssigungsanlagen und Verdampfungsanlagen befasst sind. Die Aktien der LNG-Unternehmen gehen entsprechend ihrer Marktkapitalisierung in den Index ein. Einmal pro Jahr – am dritten Freitag im September – wird die Zusammensetzung durch den Indexsponsor, Standard and Poor’s, überprüft. Aufgrund der relativ einfachen Struktur können Anleger mit dem Open-End-Zertifikat von Goldman Sachs in etwa 1:1 an der Entwicklung des COMERGIX LNG Index partizipieren.

Die Struktur der Open-End-Zertifikate ist vergleichsweise einfach. Steigt der Basiswert eines Open-End-Zertifikats um 5%, so steigt auch der Wert des Zertifikats, der allerdings noch um die jährliche  Managementgebühr  bereinigt werden muss, um 5%. Durch die 1:1-Partizipationsstruktur kann der Anleger leicht nachvollziehen, wie viel sein Zertifikat zu einem gegebenen Zeitpunkt wert ist. Da der zugrunde liegende Index in Euro berechnet wird, entstehen dem Anleger während der Halteperiode gegenüber dem Basiswert keine Wechselkursrisiken.


ALTERNATIVE ENERGIEN



Während es sich bei LNG um einen bewährten Energieträger handelt, der in einer besonderen Form aufbereitet wird, bündelt der DAXglobal® Alternative Energy Index Aktien von Unternehmen aus den Bereichen alternativer und erneuerbarer Energie. Der Index wird von der Deutschen Börse in Euro berechnet

und beinhaltet die Aktien der weltweit 15 größten Unternehmen auf diesem Gebiet. Dabei stammen jeweils drei Unternehmen aus einem der fünf Energiesektoren Wind, Solarenergie, Erdgas, Ethanol sowie Geothermie

(Erdwärme). Die Gesellschaften müssen in diesem Sektor – so lautet die Voraussetzung für ihre Aufnahme in den Index – ihren größten Umsatzanteil erzielen. Alle fünf Sektoren sind im Index gleich gewichtet – innerhalb der einzelnen Sektoren qualifizieren sich die Unternehmen durch ihre Marktkapitalisierung sowie einen durchschnittlichen, täglich börsengehandelten Umsatz von über 1 Million USDollar. Bekannte Unternehmen im Index sind Archer Daniels Midland, Vestas Wind, Iberdrola oder Verbund. Goldman Sachs bietet ein Open-End-Zertifikat auf den DAXglobal® Alternative Energy Price Index an, der die Kursbewegungen der Indexmitglieder widerspiegelt, nicht aber die Dividenden.


SAUBERE INVESTMENTS

Während der COMERGIX LNG und der DAXglobal® Alternative Energy Index die Aktien von Unternehmen aus den Bereichen alternative Energie bündeln, fasst der S&P Global Eco Index das Thema Ökologie etwas breiter. Der Index beinhaltet die 30 größten und liquidesten Unternehmen der ökologischen Industrie, welche entsprechend ihren ökologischen Schwerpunkten in einen von vier Sektoren eingeordnet werden. Dabei wird im Bereich „Saubere Energie“ zwischen Energieerzeugern und Herstellern von Ökostrom-Equipment unterschieden. Der Sektor „Wasser“ unterteilt sich in die zwei Sparten Wasser-Equipment sowie Wasserversorger bzw. -infrastruktur, so dass es zusammen mit den beiden Bereichen „Wald“ und „Umwelt-Services“ insgesamt sechs Teilsegmente gibt, die eine diversifizierte Investition in das Thema Ökologie ermöglichen. Wasser: Weltweit hat ein Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser. Allein um die täglichen Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Hygiene zu befriedigen, sind riesige Mengen an Wasser nötig. Wenn man alle Bereiche mit einbezieht – also auch Landwirtschaft (Nahrungsmittelerzeugung) oder Wärmekraftwerke –, beläuft sich der globale durchschnittliche  Wasserverbrauch täglich auf rund 2.700 Liter pro Kopf. Dabei wird der größte Teil des Wassers für die  Lebensmittelproduktion in der Landwirtschaft verwendet. Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung wird der Bedarf an Grundnahrungsmitteln wie Mais, Weizen oder Sojabohnen weiter zunehmen. Wegen der deshalb erforderlichen Ausweitung der Anbauflächen dürfte auch der Wasserverbrauch steigen. So ist eine  bessere Wasserversorgung vor allem in den Emerging Markets dringend nötig. Auch die zunehmende Urbanisierung erfordert Investitionen in die Wasserinfrastruktur. In Westeuropa und Nordamerika stehen
umfangreiche Erneuerungsinvestitionen in diesem Sektor an. Für Unternehmen, die in den Bereichen Wasserversorgung und -entsorgung, Infrastruktur sowie Wasseraufbereitung tätig sind, könnten sich daher

attraktive Wachstumschancen ergeben. Saubere Energie: Zahlreiche Regierungen sind bemüht, den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid zu senken. Da sich klassische Primärenergieträger wie Erdöl und Erdgas in den vergangenen Jahren massiv verteuert haben, sind auch die Strompreise angestiegen.


Gleichzeitig führte der technische Fortschritt dazu, dass die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen oder Photovoltaik immer effizienter wurde. So könnten alternative Energiequellen in Zukunft einen größeren Beitrag zum Energiemix leisten. Von diesem Trend profitieren Unternehmen, die Equipment zur alternativen  Energiegewinnung, wie etwa Windkraftanlagen oder Solarzellen, herstellen. Aber auch Energieerzeuger, die Wind- oder Solarparks betreiben, zählen zu den Gewinnern. Holz und Wald: Der Anstieg der Energiepreise hat auch dem Brennstoff Holz zu einer Renaissance verholfen. Moderne Holzverbrennungsanlagen arbeiten heute wesentlich effektiver als noch vor einigen Jahrzehnten. Außer bei der Nachfrage zur Energieerzeugung bleibt Holz auch als Bau- und Grundstoff interessant, beispielsweise beim Möbelbau oder bei der Papierherstellung. Der wirtschaftliche Aufschwung der Emerging Markets, der zu einer zunehmenden Konzentration auf die Städte führt, erfordert riesige Mengen Holz. Auch unter klimapolitischen Gesichtspunkten ist Holz bzw. Wald von Interesse. Denn Bäume leisten einen positiven Beitrag zur Klimabilanz. Während ihrer mitunter jahrzehntelangen Wachstumsphase nehmen sie mehr CO2 auf, als sie abgeben. Von der steigenden Holznachfrage könnten Unternehmen profitieren, die Eigentümer von Wäldern oder die im Forstmanagement oder in der holzverarbeitenden Industrie tätig sind.Umwelt-Services: Neben der umweltfreundlichen Erzeugung von Energie und der Ver- und Entsorgung von Wasser haben auch die Beseitigung und das Recycling von Abfällen einen hohen ökologischen Stellenwert. Da mit  Bevölkerungswachstum und steigender Urbanisierung auch das Abfallaufkommen größer wird, sind auch diese Gesellschaften in einem Wachstumssegment tätig.

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Source: (c) Goldman-Sachs